Bei der Schlaflosigkeit unterscheidet man zwischen Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und Früherwachen. Von einem nicht erholsamen Schlaf spricht man, wenn keine längeren Wachzeiten in der Nacht auftreten, aber am Morgen nach dem Aufstehen trotzdem eine Müdigkeit oder Schläfrigkeit zurückbleibt. Wenn die Betroffenen stundenlang wach im Bett liegen, kommt es zum Gedankenkreisen, was auch als «Gedanken-Karussell» beschrieben wird. Oft beinhalten die Gedanken nicht einmal besondere Sorgen, sondern z. T. banale Erinnerungen an den vergangenen Tag. Manchmal werden die Betroffenen von ganz bestimmten Problemen verfolgt, welche tagsüber nicht gelöst werden konnten und bei grösseren psychosozialen Problemen können die Gedanken daran das Einschlafen verhindern. Die Patienten machen sich grosse Sorgen, dass sie am kommenden Tag nicht leistungsfähig sind, was objektiv betrachtet meist gar nicht der Fall ist. Trotz subjektiver Müdigkeit wird die effektive Leistung gar nicht beeinträchtigt. Schwere Schlafstörungen führen am Tag zu Müdigkeit sowie Konzentrationsstörungen und schränken die Lebensqualität ein.

Häufige Ursachen der Schlaflosigkeit sind ein unregelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus, ein zu langes Liegen tagsüber oder eine psychosoziale Belastungssituation wie z.B. eine bevorstehende Prüfung, ein Todesfall, eine Scheidung oder ein drohender Verlust des Arbeitsplatzes. Auch der Konsum von Nikotin, Alkohol, Koffein oder diversen Medikamenten kann zu einer Schlaflosigkeit führen.

Eine häufige Form der Schlaflosigkeit ist die erlernte Insomnie, was sozusagen einer «dummen Gewohnheit» entspricht, welche man sich vor langer Zeit aus einem verständlichen Grund (Neugeborenes, Prüfungsstress etc.) angewöhnt hat und nicht mehr los wird, obschon die Ursache schon längst nicht mehr vorhanden ist. Eine der häufigsten organischen Ursachen ist das Restless Legs-Syndrom, aber auch schlafbezogene Bewegungsstörungen, Muskelkrämpfe, Verhaltensstörungen oder ein Schlafapnoe-Syndrom können zu Schlaflosigkeit führen.

Die häufigste krankheitsbedingte Ursache einer Schlaflosigkeit ist eine Depression oder eine Angstkrankheit, welche typischerweise zu einem Früherwachen führen. Viele neurologische Erkrankungen wie die Demenz, die Parkinson’sche Krankheit oder Epilepsie gehen mit Schlaf-Wach-Störungen einher.

In der Pubertät tritt oft eine Schlaf-Wach-Rhythmus Störung auf, weil die innere Uhr aus biologischen und sozialen Gründen nach hinten verschoben wird, was das Einschlafen zu einer sozial geforderten frühen Zeit verunmöglicht und gleichzeitig zu einem erschwerten Erwachen führt. Man spricht dann von einem Schlafphasen-Verschiebe Syndrom. Das Umgekehrte passiert bei gesunden älteren Personen, was dann als «senile Bettflucht» beschrieben wird.