Beschwerden

Beim Restless Legs-Syndrom (RLS) leiden die Betroffenen unter unruhigen oder ruhelosen Beinen. Oft können Betroffene selbst die Erkrankung nur schwer einordnen und beschreiben. Zu den typischen Beschwerden der Erkrankung gehören vor allem ein Bewegungsdrang der Beine, oft in Verbindung mit Missempfindungen wie Kribbeln, Ziehen, Reissen, Jucken, Brennen, Muskelkrämpfe oder Schmerzen. Die Beschwerden können durch Bewegung vorübergehend gelindert oder beseitigt werden. Sie treten vor allem in Ruhesituationen und ganz besonders heftig abends vor dem Einschlafen oder in der Nacht auf. Oft leiden Betroffene in der Folge dieser Probleme auch an belastenden Schlafstörungen, in deren Folge Tagesmüdigkeit, Gereiztheit oder ein Leistungsabfall auftreten. Bei manchen Patienten treten die Beschwerden zu Beginn der Krankheit nicht jeden Tag auf, oft verschlimmert es sich aber mit fortschreitendem Alter.

Ursachen

Es gibt viele Hinweise, dass eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn (ähnlich wie bei der Parkinson-Erkrankung, obwohl ein RLS ansonsten nichts mit dem M. Parkinson zu tun hat) für die Entstehung des RLS verantwortlich ist. Bei einem Teil der Patienten lässt sich eine familiäre Häufung beobachten. Da andere Erkrankungen wie z.B. die Polyneuropathie z. T. ähnliche Beschwerden verursachen können, sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden. Auch ein Eisenmangel, Störungen des Nierenstoffwechsels, ein Vitamin-Mangel, eine Schwangerschaft oder diverse Medikamente (u. a. Neuroleptika, gewisse Antidepressiva etc.) können ein RLS auslösen. Solche behandelbaren Ursachen sollten gesucht und therapiert werden, bevor eine reine Symptombehandlung begonnen wird.

Behandlung/Verlauf

Viele Patienten können ihre Beschwerden -wenn sie nicht allzu belastend sind- durch eine Reihe von Massnahmen wie Bewegung, Massagen oder allgemeine Lebensstilveränderungen lindern. Sind die Beschwerden massiv und belastend, so wird Ihre Neurologin/Ihr Neurologe eine medikamentöse Therapie in Betracht ziehen. Man kann damit die Krankheit zwar nicht heilen, aber lindern. Es gibt eine medikamentöse Stufentherapie, die sich nach dem Schweregrad der Beschwerden richtet. Als erste Wahl haben sich in den vergangenen Jahren die drei Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol und Rotigotin) etabliert. Wegen dem hohen Risiko einer Augmentation (paradoxe Verschlechterung des RLS) muss heute von einem Einsatz von Levodopa abgeraten werden. In den letzten Jahren wurde auch eine gute Wirkung von Pregabalin und Gabapentin nachgewiesen, welche nicht mit dem Problem der Augmentation behaftet sind. Für alle diese Medikamente gibt es Nebenwirkungen, welche die Auswahl des Mittels erster Wahl beeinflussen. Die Behandlung sollte durch eine erfahrene Neurologin/einen erfahrenen Neurologen überwacht und gegebenenfalls angepasst werden.