Beschwerden

Eine Epilepsie wird grundsätzlich nach der Art der vorkommenden Anfälle eingeteilt. Die Arten von epileptischen Anfällen und eine Vielzahl der mit ihnen verbundenen Beschwerden finden Sie hier: Epileptischer Anfall

Ursachen

Normalerweise werden stärkere Entladungen im Gehirn durch die natürliche Hemmung, welche generell im Gehirn besteht, in Grenzen gehalten und können sich nicht abnormal ausbreiten. Dennoch können auch Gesunde gelegentlich einen epileptischen Anfall erleben (Gelegenheitsanfall) ohne die Diagnose Epilepsie zu erhalten. Zur Erklärung dient hier die gedankliche Vorstellung der sogenannten Krampfschwelle, die bei gesunden Individuen sehr hoch ist. Verschiedene provozierende Faktoren können bei jedem Individuum die Krampfschwelle so lange senken, bis es zum epileptischen Anfall kommt:

  • Schlafentzug
  • Alkohol, Drogen, Medikamente
  • Plötzliches Weglassen von Epilepsiemedikamenten
  • Flackerlicht
  • Hyperventilation (verstärktes Ein- und Ausatmen)
  • Hitze von aussen, Fieber
  • Austrocknung
  • Stoffwechselstörungen (z.B. bei Unterzucker, Leber- und Nierenschäden …)

Epilepsie Patienten haben von vornherein schon eine sehr niedrige Krampfschwelle und haben neben wiederholten unprovozierten Anfällen oft eben auch provozierte Anfälle. Medikamente gegen die Epilepsie heben die Krampfschwelle. Eine Epilepsie kann viele (die Krampfschwelle senkende ) Ursachen haben, zum Beispiel Schädel-Hirn-VerletzungenTumore, Hirnnarben nach einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung, anderen Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen des Gehirns, Erblichkeit, Geburtsschädigungen. In manchen Fällen bleiben die Ursachen einer Epilepsie jedoch unbekannt.

Unsere Angebote

Das EEG erlaubt festzustellen, ob tatsächlich eine Epilepsie vorliegt und gegebenenfalls welche Epilepsieart vorliegt. Ein normales EEG schließt allerdings eine Epilepsie nicht aus.

Behandlung/Verlauf

Die meisten Epilepsiekranken können durch eine gezielte Behandlung anfallsfrei werden und ein völlig „normales“ Leben führen. Welche Medikamente aus der Gruppe der so genannten Antiepileptika passen, hängt von der Form der epileptischen Anfälle und teilweise Ihren Lebensumständen und Wünschen ab. Dies wird alles mit Ihnen in der Spezialsprechstunde Epilepsie besprochen. Wichtig ist auf jeden Fall eine gewisse Anpassung des Lebensstils, zum Beispiel ausreichend Schlaf, und die Vermeidung von eventuell anfallsauslösenden Situationen und Faktoren (siehe im Text oben). Kann durch eine medikamentöse Therapie kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden, so kann für manche Patienten ein chirurgischer Eingriff in Frage kommen. Neben der medikamentösen Therapie ist eine sozial-medizinische Betreuung wichtig (Kontakte mit der Schule, Berufswahlberatung, Führerschein usw.).