Beschwerden

Vor allem bei Kindern oder Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen:

  • Zunehmende Muskelschwäche
  • Muskelschwund
  • Begleiterkrankungen, wie Veränderungen am Skelett oder Herzmuskel
  • Manchmal auch scheinbare Zunahme von Muskelmasse, zum Beispiel der Waden (durch Umbau der Muskulatur in Fett und Bindegewebe)

Ursachen

Muskeldystrophien sind erblich bedingte Muskelerkrankungen, die aufgrund eines fortschreitenden Muskelschwunds zu einer zunehmenden Muskelschwäche führen. Die Ursache ist eine Veränderung oder Fehlen bestimmter körpereigenen Eiweißkörper, die Bestandteil von Muskelzellen sind. Heute kennt man viele verschiedene Formen. Die beiden häufigsten Formen, die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne und vom Typ Becker-Kiener, beginnen üblicher Weise an der Beckengürtel- und Oberschenkelmuskulatur. Die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne beginnt schon im Kleinkindalter und schreitet rasch voran. Mit dem Muskelschwund kommt es auch zu sehr schmerzhaften Gelenks- und Knochenverformungen. Im späteren Verlauf sind auch die Herz- und Atemmuskulatur befallen, weshalb sehr viele Patienten bereits im frühen Erwachsenenalter versterben.

Die Muskeldystrophie von Typ Becker-Kiener verläuft langsamer und weniger aggressiv. Auch sie beginnt meistens an der Becken- und Oberschenkelmuskulatur, allerdings erst zwischen dem 7. und dem 20 Lebensjahr. Viele Patienten können trotz der Beschwerden noch lange selbstständig gehen. Bestimmte Formen von Muskeldystrophien treten erst im Alter auf. Neurologinnen und Neurologen haben Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung von Muskeldystrophien, kennen die Therapiemöglichkeiten und sind mit den Sorgen und Nöten der Betroffenen vertraut. In der Spezialsprechstunde Neuromuskuläre Erkrankungen können ihre Anliegen behandelt werden.

Unsere Angebote

Laboranalyse (inklusive Gentests aus dem Blut), Elektromyogramm (EMG), Gewebsanalyse nach Entnahme aus dem Muskel (Muskelbiopsie).

Behandlung/Verlauf

Eine medikamentöse Behandlung, die Muskeldystrophien heilt, gibt es heute nicht. Bei der Muskeldystrophie Typ Duchenne kann eine gewisse passagere Kraftzunahme durch Gabe von Cortison, Kreatin oder Anabolika erreicht werden. Im Vordergrund stehen Maßnahmen wie Physiotherapie zur Verhinderung von Deformationen am Skelett. Manchmal kommen operative Maßnahmen zur Vorbeugung von Hüftgelenksveränderungen oder Wirbelsäulenveränderungen in Frage. Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel eine Erkrankung des Herzmuskels, werden durch entsprechende spezifische Therapien behandelt. In der Spezialsprechstunde Neuromuskuläre Erkrankungen werden die Patienten beraten und mit ihrer Erkrankung unterstützend begleitet.