Beschwerden

Für die MS typisch ist das Auftreten von Beschwerden, die Tage bis Wochen anhalten und danach gänzlich oder teilweise verschwinden, um möglicher Weise in anderer Art zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzutreten. Man spricht in diesem Fall von Schüben, wobei zwischen den einzelnen Schüben Intervalle von Monaten bis Jahren liegen können. Anzeichen können ZittrigkeitGefühlsstörungenSehstörungen allgemein oder mit DoppelbildernSprachstörungen sein, aber auch Gangunsicherheit und Gehstörungen, Schwindel bis hin zu Schwäche an Armen und BeinenStörungen der KoordinationBlasenfunktionsstörungen, Beeinträchtigung der Muskulatur durch unwillkürliche Muskelanspannung und der Körperwahrnehmung. Auch die Sexualfunktionen können bei MS-Patienten gestört sein (z.B. Erektile Dysfunktion). Die MS kann Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, zum Beispiel auf die Ausdauer, haben. Eine besondere Form der raschen Ermüdbarkeit stellt die so genannte „MS Fatigue“ dar, eine übermäßige körperliche und geistige Ermüdung, die vielen MS-Patienten zu schaffen macht.

Ursachen

Multiple Sklerose (MS) ist eine bis heute unheilbare, chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zunächst schleichend verläuft und im späteren Verlauf zu immer belastenderen körperlichen Behinderungen führt. Die genauen Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt. Es kommt bei MS-Patienten zu vielen verstreut auftretenden Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks, die im Verlauf der Erkrankung auch vernarben können. Die MS gehört zu den so genannten Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem greift eine körpereigene Substanz, in diesem Fall das Myelin, an, das an der Übertragung von Nervenimpulsen beteiligt ist. Multiple Sklerose beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr ein und tritt bei Frauen etwas häufiger auf.

Behandlung/Verlauf

MS ist – derzeit jedenfalls – nicht heilbar. Durch moderne Therapien ist es inzwischen aber möglich, die Stärke und Häufigkeit von Entzündungsschüben zu verringern und somit den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen. Die in der MS-Behandlung eingesetzten Medikamente dienen unterschiedlichen Zwecken: Zum einen gibt es Substanzen zur Behandlung des akuten Schubs, üblicherweise Kortison. Eine andere Gruppe von Medikamenten verändern den Krankheitsverlauf durch einen abschwächenden Effekt auf fehlgeleitete Immunprozesse, eine so genannte immunmodulatorische oder immunsuppressive Therapie. Sie sollen das Fortschreiten von Erkrankung und Behinderung abbremsen und die Häufigkeit und Schwere der Schübe vermindern. Andere Arzneimittel, wie muskelentspannende oder schmerzlindernde Präparate, dienen zur Behandlung spezieller begleitender Symptome der MS. Zudem sollte eine Physio- oder Ergotherapie in die Behandlung integriert werden, damit die Körperfunktionen durch gezieltes Training so lang wie möglich intakt bleiben. Welche Behandlung für Sie am besten ist erfahren Sie in der Spezialsprechstunde Multiple Sklerose.