
Messung der Nervenleitung durch Ableitung von Impulsen mit Klebeelektroden auf der Hautoberfläche.
Bei dieser Untersuchung wird die Leitungsfähigkeit der Nerven bestimmt. Durch elektrische Reizung von Nerven in den Armen oder Beinen mit sehr niedrigen Stromstärken, wird im Nerv ein elektrisches Potential erzeugt, dessen Ausbreitung in seiner Stärke und der Zeit gemessen werden kann.
Dementsprechend können prinzipiell zwei Arten von Nervenschädigungen nachgewiesen werden:
1) Das abgeleitete Signal wird schwächer. Nervenfasern gehen zugrunde (z.B. durch Alkohol oder Chemotherapie). Das Signal wird aufgrund der geringeren Nervenfaseranzahl schwächer. Auch bei Muskelerkrankungen kann das Signal schwächer werden, bei welchen dann eine EMG-Untersuchung angeschlossen wird.
2) Das Signal kommt verzögert. Ein normaler Nerv leitet den elektrischen Impuls mit einer Geschwindigkeit von ca. 45m/sec. Dieser Wert ist ein Mittelwert, weil der Nerv aus vielen Fasern besteht, die unterschiedlich schnell leiten. Eine Verlangsamung der Nervenleitung bedeutet meist eine Schädigung der Hülle des Nerven (Myelinscheide) und weniger der Nervenfasern selbst. Sie ist sozusagen ein Hinweis auf eine Schädigung der Isolierung des Nervenkabels. Diese kann angeboren oder erworben sein. Die häufigste Ursache einer Verlangsamung der Nervenleitung ist die Diabetes Erkrankung, wenn sie zu einer diabetischen Nervenschädigung geführt hat (diabetische Polyneuropathie).
Die Verlangsamung der Nervenleitung kann auch auf ein ganz kurzes Stück des Nerven beschränkt sein, etwa an einer Stelle, an der ein Nerv eingeklemmt wird. Häufigstes Beispiel hierfür ist das Karpaltunnelsyndrom, bei der ein Nerv (hier der Nervus medianus) am Handgelenk ein geklemmt wird, was zum Einschlafen der Finger oder auch zu einer Kraftlosigkeit der Handmuskeln führen kann. Die Untersuchung ist meist rasch durchgeführt und wird von den meisten Menschen nicht als unangenehm empfunden. Personen, die sehr stromempfindlich sind, werden sich eher beeinträchtigt fühlen, nur in seltenen Fällen muss die Untersuchung abgebrochen werden, weil der Stromreiz als zu unangenehm erlebt wird.

























