
Beschwerden/Symptome
Bei der Schlaflosigkeit unterscheidet man zwischen Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und Früherwachen. Wenn die Betroffenen stundenlang wach im Bett liegen, kommt es zum Gedankenjagen, was auch als «Gedanken-Karussell» umschrieben wird. Die Patienten machen sich grosse Sorgen, dass sie am kommenden Tag nicht leistungsfähig sind, was allerdings in Wahrheit meistens gar nicht stimmt. Schwere Schlafstörungen schränken die Lebensqualität ein und die Tagesmüdigkeit kann zu Konzentrationsproblemen sowie einem erhöhtem Unfallrisiko führen.
Ursachen
Gesunde Menschen brauchen unterschiedliche Mengen an Schlaf. Im Alter wird das notwendige Schlafpensum oft kürzer. Ein Beispiel: Braucht man aufgrund des Alters z.B. nur 6 Stunden Schlaf und geht dennoch wie gewohnt um 22.00 Uhr schlafen, kann es sein, dass man lange nicht einschlafen kann oder mitten in der Nacht wach im Bett liegt. Eine Reduktion der Alltagsaktivitäten (z.B. Pensionierung), Bewegungsmangel und ein regelmässiger Mittagsschlaf können den Schlafdruck ebenfalls reduzieren.
Eine häufige Form der Schlaflosigkeit ist die erlernte Insomnie, was sozusagen einer dummen Gewohnheit entspricht, welche man sich vor langer Zeit aus einem verständlichen Grund (Neugeborenes, Prüfungsstress etc.) angewöhnt hat und nicht mehr loswird, obschon die Ursache schon längst nicht mehr vorhanden ist. Eine der häufigsten organischen Ursachen ist das Restless Legs-Syndrom, ebenfalls kann ein Schlafapnoe-Syndrom -besonders bei Frauen- zu einer Schlaflosigkeit führen.
Die häufigste krankheitsbedingte Ursache einer Schlaflosigkeit ist eine Depression oder eine Angstkrankheit, welche typischerweise zu einem Früherwachen führen. Aber auch banale Stresssituationen (z.B. eine Prüfung), oder der Konsum von Nikotin, Alkohol, Koffein und diversen Medikamenten können zu Schlaflosigkeit führen. Viele neurologische Erkrankungen gehen mit Schlaf-Wach-Störungen einher und führen zu einer zusätzlichen Einschränkung der Lebensqualität.
In der Pubertät tritt oft eine Schlaf-Wach-Rhythmus Störung auf, weil die innere Uhr aus biologischen und sozialen Gründen nach hinten verschoben wird, was das Einschlafen zu einer sozial geforderten frühen Zeit verunmöglicht und gleichzeitig zu einem erschwerten Erwachen führt. In den Ferien bei einem freilaufenden Rhythmus bestehen allerdings keine Schlafprobleme. Im hohen Alter passiert das Gegenteil. Ältere Personen gehen sehr früh zu Bett, weil sie keinen Tätigkeiten mehr nachgehen und stehen sehr früh auf, was als senile Bettflucht bezeichnet wird. Eine ähnliche Ursache dieser Schlaflosigkeit kennt man durch Schichtarbeit oder Jetlag.
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Behandlung/Verlauf
Bei der Behandlung der erlernten Schlaflosigkeit steht die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) weit im Vordergrund. In der Schlaf-Wach-Sprechstunde lernen sie die wichtigsten Massnahmen der Schlafhygiene und erhalten wichtige Adressen für die langfristige Verhaltenstherapie. Medikamente wie schlafanstossende Antidepressiva sollten nur als Zusatz zur KVT-I verordnet werden und sog. Benzodiazepine werden nicht bei der chronischen Form, sondern nur bei einer kurz dauernden Form der Schlaflosigkeit (z. B. vor einer Prüfung) eingesetzt. Ein Schlafapnoe-Syndrom, ein Restless Legs Syndrom und psychiatrische oder neurologische Ursachen der Insomnie müssen spezifisch therapiert werden. Die Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen werden ebenfalls mit einer Verhaltenstherapie behandelt, wobei evtl. Melatonin am Abend und eine Lichttherapie am Morgen dazu kombiniert werden.





