
Der gesunde Schlaf ist gekennzeichnet durch eine vollständige Ruhe, einzig unterbrochen von gelegentlichem Wechsel der Körperposition.
Im Übergang zu abnormen, störenden oder potentiell schädlichen Verhaltensweisen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen (Bruxismus), Muskelkrämpfen etc. finden sich bei sonst gesunden Personen diverse Bewegungen, Zuckungen, Lautäusserungen oder Empfindungen, bei welchen es nicht von Anfang an klar ist, ob eine Krankheit (z.B. eine Epilepsie) dahinter steckt oder ob es sich um sog. Normvarianten handelt. Oft ist eine Ableitung im Schlaflabor nötig, um die Natur solcher Phänomene korrekt zu verstehen. Die Einteilung erfolgt hauptsächlich nach dem Schlafstadium, in welchem das Phänomen auftritt.
Im Übergang vom Wachzustand in den Schlaf sowie im oberflächlichen Schlaf treten harmlose Einschlafzuckungen, stereotype rhythmische Körperbewegungen (Rollbewegungen, Kopf auf Kissen schlagen), plötzliche knallartige Geräusche (Exploding Head Syndrome), Sprechen, Stöhnen (Katathrenie), Zähneknirschen, Muskelkrämpfe im Schlaf, Schlaflähmungen oder hypnagoge Halluzinationen häufig auf.
Im tieferwerdenden Schlaf zeigen viele gesunde Personen und v.a. Patienten mit einem Restless Legs-Syndrom sog. periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS), welche selten auch zu einer Tagesmüdigkeit führen können. Bei sporadischen Zuckungen im Gesicht oder des Kopfes (Neck-Myoklonus), welche selten zu Rückenschmerzen führen können, müssen epileptische Anfälle ausgeschlossen werden. Im Tiefschlaf kommt es bei genetisch veranlagten Personen zum Schlafwandeln, insbesondere wenn der Schläfer aus dem Tiefschlaf geweckt wird. Häufiger als das voll ausgeprägte Schlafwandeln innerhalb oder sogar ausserhalb des Zimmers ist das «konfusionelle Erwachen», bei welchem der Betroffene im Bett aufsitzt, mit einem leeren Blick umherschaut, ev. etwas murmelt und dann langsam wieder abliegt und weiterschläft.
Im REM-Schlaf erleben wir die lebhaftesten Träume, an welche sich die meisten Schläfer erinnern können. Albträume sind mit angstvollen Inhalten besetzt und beschäftigen den Träumer nach dem Erwachen noch nachhaltig. Eine besondere Art von Albträumen, welche meistens einen kampfbetonten Inhalt haben, geht mit starken Bewegungen oder mit Schreien und Um-sich-schlagen einher. Bei dieser sog. Traum-Schlaf-Verhaltensstörung kann es sich um ein Symptom einer beginnenden Demenz oder einer Parkinson-Krankheit handeln. Ähnliche Verhaltensweisen treten aber auch bei einem chronischen Alkoholismus oder einer Narkolepsie-Kataplexie auf.






