
Schwindel (schweiz. „Sturm“/„trümlig sein“) zählt zur häufigsten Klage bei Hausärzten. Sehr häufig ist es nur ein Unwohlsein, das von Patienten mit Schwindel bezeichnet wird, wie z.B. bei verstärkter Ermüdung, Überanstrengung, bei Infektionserkrankungen, Kopfschmerz, bei Herz-, Kreislauf-, Verdauungs-, Menstruationsbeschwerden, Einwirkung von Alkohol und Drogen, Medikamentennebenwirkungen oder bei psychischen Erkrankungen. Auch eine Gleichgewichtsstörung, Gangunsicherheit oder Koordinationsstörung werden oft als Schwindel bezeichnet.
Schwindel im engeren Sinne kann zur Vereinfachung in zwei Arten unterschieden werden
1) Drehschwindel: Gefühl des Drehens wie im Karussell, teilweise auch ein Gefühl hinweggetragen zu werden (Lift-Gefühl). Dieses ist oft mit Übelkeit verbunden und manchmal auch mit vor den Augen laufenden Bildern.
2) Ungerichteter Schwindel. Eine sehr häufige Unterform davon ist der Schwankschwindel: Schwanken des Bodens, Gefühl als ob der Boden unter den Füßen versinkt oder weggezogen wird. Er ist häufig mit Angst verbunden.
Ursachen
Die Ursache für den Drehschwindel ist meist im Gleichgewichtsorgan oder Gleichgewichtsnerven zu finden. Häufig ist eine Infektion, eine Durchblutungsstörung, eine Verlagerung der Kristalle im Gleichgewichtsorgan (Lagerungsschwindel) dafür verantwortlich. Seltener ist ein Tumor dafür verantwortlich.
Ungerichteter Schwindel kann hartnäckig anhaltend sein und ist dann in manchen Fällen ein Hinweis auf eine schwer wiegenden Erkrankung, zum Beispiel auf einen Schlaganfall, eine akute Hirnblutung, einen Hirntumor eine Hirnhautentzündung, Multiple Sklerose, Epilepsie oder eine Schädel-Hirn-Verletzung.
Der häufige Schwankschwindel entsteht meist ohne organische Ursache, man kann dann auch von einer funktionellen Störung sprechen (oder einem psychogenen oder phobischen Schwindel). Betroffene leiden dabei an Attacken mit Schwankschwindel, starkem Angstgefühl und anderen unspezifischen Beschwerden. Oft liegt auch eine Panikstörung diesen Erscheinungen zugrunde.






