Beschwerden

Ein Schlaganfall äussert sich häufig in einer plötzlich auftretenden halbseitigen Schwäche am Arm oder Bein, einer Sprach-, Sprech-, Schluckstörungen oder einem plötzlich hängenden Mundwinkel. Plötzlich auftretenden GefühlsstörungenGesichtsfeldausfälle, DoppelbilderGleichgewichtsstörungen (oft unspezifisch als Schwindel wahrgenommen) oder Bewusstseinsstörungen können ebenfalls als Beschwerden alleinig oder in Kombination mit den anderen Beschwerden auftreten, je nachdem, welche Funktion im Gehirn vom Schlaganfall betroffen ist.

Schlaganfall=Notfall!

Sollten die oben aufgezählten Warnsignale bei Ihnen eintreten, ist sofort der Notruf zu aktivieren.

Ursachen

Beim Schlaganfall kommt es zu einem plötzlichen Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. Ursache ist in einer großen Mehrheit der Fälle die plötzliche Verstopfung einer Gehirnarterie durch ein Blutgerinnsel. Dadurch kann eine Region des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und kann zuerst seine Funktion nicht aufrechterhalten und stirbt in weiterer Folge ab. Eine andere mögliche Ursache für Schlaganfälle sind Hirnblutungen. Das ist dann der Fall, wenn eine Gehirnarterie platzt, Blut ins Gehirn strömt und auf Nervenzellen drückt oder diese zerstört.

In vielen Fällen kündigen sich Schlaganfälle durch verschiedene dieser Beschwerden schon vorher an. Diese werden oftmals nicht ernst genommen, da sie in leichterer Form auch nur Sekunden oder Minuten andauern können. Sie werden manchmal verharmlosend auch als „Schlägli“ bezeichnet. Es ist dennoch sehr wichtig, die Ursache sofort fachärztlich abzuklären, da die Gefahr eines schweren Folgeschlaganfalls insbesondere in den ersten Tagen droht. Neben erblichen Faktoren, die aber keine große Rolle bei der Schlaganfallneigung spielen, sind wie beim Herzinfarkt vor allem Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, mangelnde Bewegung für die Entstehung eines Schlaganfalls mitverantwortlich.

Behandlung/Verlauf

Die Ursache derartiger Beschwerden muss rasch im Spital abgeklärt und behandelt werden – ein Schlaganfall ist ein Notfall, der sofortiger medizinischer Betreuung bedarf. Gerade die ersten Stunden sind bei jeder Form eines Schlaganfalls entscheidend. Durch rasches Handeln können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet und die geistigen und körperlichen Folgen des Schlaganfalls dadurch begrenzt oder vermieden werden. Um die Durchblutung des Gehirns wieder herzustellen, bekommen Patienten im Spital Sauerstoff und Medikamenten-Infusionen. In speziellen Fällen ist es möglich, die Blutgerinnsel aufzulösen („Lyse“). Um die Langzeit-Schäden so gering wie möglich zu halten, sorgt auf speziellen Schlaganfall-Stationen („Stroke Unit“) ein eingespieltes Team von Ärzten, erfahrenen Pflegekräften und Therapeuten rund um die Uhr für die Schlaganfall-Patienten. Im Anschluss erhalten viele Patienten zur Vorbeugung eines weiteren Schlaganfalls Medikamente zur Verlangsamung der Blutgerinnung (je nach Ursache z.B. Aspirin, Marcoumar oder andere). Patienten nach einem Schlaganfall brauchen oft nach dieser Akutbehandlung auch eine länger dauernde neurologische Rehabilitationsbehandlung, wenn Schäden nicht vermieden werden konnten. Sie lernen dann in der Krankengymnastik (Physiotherapie), Logopädie oder Ergotherapie, die verlorengegangenen Funktionen wieder herzustellen. Je früher die Rehabilitation beginnt, um so besser. Ob eine Langzeitrehabilitation erforderlich ist, hängt vom Ausmaß der Schäden ab. In der Spezialsprechstunde Bewegungsstörungen können motorische Langzeitfolgen des Schlaganfalls mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin behandelt werden.