
Beschwerden/Symptome
Die Grenze zwischen den schlafbezogenen Bewegungsstörungen und den Verhaltensstörungen im Schlaf (Parasomnien) ist fliessend. Bei den schlafbezogenen Bewegungsstörungen handelt es sich eher um einfache Zuckungen oder Krämpfe, Verhaltensstörungen im Schlaf charakterisieren sich durch komplexe Bewegungen.
Einschlafzuckungen
Harmlose einmalige Zuckung am ganzen Körper
Exploading-Head- Syndrom
Hören eines lauten Knalls mit einem starken Druckgefühl im Kopf
Einschlaf-Stereotypen
Rhythmische Bewegungen am Rumpf (Body-Rocking), am Kopf (Head-Banging) oder mit den Füssen (Foot Tremor), welche willkürlich jederzeit beendet werden können.
Zähneknirschen
(Bruxismus)
Mehr oder weniger gut hörbares, knirschendes Geräusch der mahlenden Zähne, was nicht selten zu Zahnschäden führen kann.
Periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS)
In regelmässigen Abständen von 20-40 Sekunden wiederkehrende Bewegungen der Füsse oder sogar Beine, welche zu unbemerkten Wachreaktionen führen und den Schlaf stören können.
Neckmyoklonus
Abrupte starke Zuckung der Nackenmuskulatur oder der Kiefermuskeln, was selten zu einem Zungenbiss oder Nackenbeschwerden führen kann.
Muskelkrämpfe
Seltene Muskelkrämpfe, hauptsächlich in der Wadenmuskulatur werden von vielen gesunden Personen erlebt. Bei sehr häufigen und schmerzhaften Muskelkrämpfen können diese aber ein krankhaftes Ausmass erreichen und eine genauere Abklärung sowie gezielte Therapie notwendig machen.
Ursachen
Bei den meisten Bewegungsstörungen im Schlaf handelt es sich um normale Phänomene, welche bei gesunden Personen sporadisch auftreten (manchmal familiär bedingt). Hier geht es in erster Linie darum, die harmlose Natur der Phänomene zu diagnostizieren, damit man den Patienten beruhigen kann.
Bei Zuckungen, welche sogar zu einem Zungenbiss führen können, müssen epileptische Anfälle ausgeschlossen werden. Ein starkes Zähneknirschen kann zu Zahnschäden führen, weshalb mit dem Zahnarzt besprochen werden muss, wie dies verhindert werden kann. Die periodischen Beinbewegungen (PLMS) sind ein typisches Merkmal eines Restless Legs-Syndroms, welches beim Schlafmediziner genau abgeklärt werden muss.
Bei schweren und häufig auftretenden Muskelkrämpfen muss eine intern-medizinische (Elektrolytstörung) oder neurologische Ursache (Muskelkrankheit, Polyneuropathie, Parkinson) ausgeschlossen werden. Manchmal ist auch die Abgrenzung eines Restless Legs-Syndroms nicht ganz einfach, falls bspw. beim gleichen Patienten beide Krankheiten vorkommen.
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Behandlung/Verlauf
Bei Nachweis einer internistischen oder neurologischen Ursache, möchte man diese zuerst beheben. Oft findet sich jedoch keine klare Ursache der Beschwerden.
Wenn postuliert wird, dass PLMS ohne gleichzeitiges Vorhandensein eines Restless Legs- Syndroms, das entweder zu einer Durchschlafstörung oder Müdigkeit am Tag führt, kann versuchsweise eine Behandlung mit Pregabalin oder Gabapentin (Dopaminagonisten) in tiefer Dosierung erfolgen, wobei das Zielsyndrom also die Müdigkeit oder die Schlafstörung genau überprüft werden muss. Die unkritische Gabe von Medikamenten sollte wegen möglicher Nebenwirkungen (z. B. Augmentation) vermieden werden.
Häufige und schmerzhafte Muskelkrämpfe im Schlaf erfordern eine spezialärztliche Beurteilung und gezielte Behandlung. Es existieren aber relativ wenige Medikamenten-Studien. Beim häufig verwendeten Magnesium konnte wissenschaftlich kein eindeutiger Effekt nachgewiesen werden, da es aber kaum Nebenwirkungen aufweist, lohnt sich ein Therapieversuch trotzdem. Bei gewissen Patienten lässt sich mit Gabapentin ein positiver Effekt erreichen. Eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat das regelmässige Muskel-Stretching der betroffenen Muskulatur jeweils am Abend vor dem Schlafengehen.
Bei den verschiedenen Formen von Zuckungen im Nacken oder der Kinnmuskulatur existieren keine Therapiestudien. Wenn postuliert wird, dass Nackenbeschwerden, Spannungen der Kiefermuskulatur oder Zahnschäden eine krankhafte Bedeutung erlangen, kann man mit relaxierenden Medikamenten (Betablocker, Rivotril, Pregabalin) einen Therapieversuch machen.



