Eine Schwäche (synonym: teilweise oder vollständige Lähmung, Parese, Paralyse) an Armen und Beinen kann unterschiedliche Ursachen haben. Erstens können Muskeln direkt betroffen sein, zweitens aber auch die motorischen Nerven, welche vom Rückenmark hinaus bis zum Muskel verlaufen (periphere Motoneuronen) und drittens die motorischen Nerven, die vom Gehirn aus das periphere Motoneuron im Rückenmark ansteuern (zentrale Motoneuronen). Bei leichterem Ausmass kann es oft sein, dass man am Dinge ohne jeden erkennbaren Grund fallen lässt oder einfach nur auffällig oft stolpert oder stürzt. 1) Muskulär Direkte Erkrankungen der Muskulatur, wie z.B. Muskeldystrophien, Myasthenie 2) Peripheres Nervensystem Bandscheibenvorfall, Engpassyndrome (Karpaltunnelsyndrom), Polyneuropathien, Spinalkanalstenose, Nervenwurzelentzündungen 3) Zentrales Nervensystem Schlaganfall, Multiple Sklerose, Tumoren, Querschnittslähmung, Spinalkanalstenose, Schädel-Hirn-verletzung Verschiedene und oft sehr schwer wiegende Erkrankungen mit strukturellen Schädigungen des zentralen Nervensystems (Schlaganfall, Multiple Sklerose, Tumoren, Querschnittslähmung, Spinalkanalstenose, Schädel-Hirn-Verletzung, …) können die Ursache für diese Schwäche sein. Bei der Lähmung aus dem zentralen Nervensystem kommt meist noch eine Steifigkeit dazu (Spastizität), welche so stark sein kann, dass der Untersucher den Arm oder das Bein nur gegen einen sehr hohen Widerstand bewegen kann. Eine Sonderstellung nimmt die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ein, bei der üblicherweise sowohl das periphere, als auch das zentrale motorische Motoneuron betroffen ist.