
Beschwerden
Eine sehr häufige Form primärer Kopfschmerzen ist neben dem Spannungskopfschmerz die Migräne. Die Anfallshäufigkeit bei der Migräne kann unterschiedlich sein: Möglich sind drei bis vier Schmerzattacken im Jahr oder noch weniger, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche. Migräne kann sich durch einseitige, oder auf beiden Seiten auftretende Kopfschmerzen äußern: Klopfend, hämmernd, pochend, pulsierend, ziehend oder stechend. Häufige Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Schmerzen nehmen bei körperlicher Anstrengung zu und können einige Stunden, aber auch mehrere Tage andauern. Manchmal beginnt die Migräne mit Sehstörungen als Vorzeichen noch bevor der Kopfschmerz auftritt. Die Phänomene werden meist als Flimmern, schwarze oder weisse Punkte oder gezackte Muster beschrieben. Bei der so genannten Migräne „mit Aura“ kommt es zusätzlich zu den Kopfschmerzen zu neurologischen Ausfallserscheinungen, wie z.B. den erwähnten Sehstörungen. In besonders schweren Fällen kann es sogar zu Sprachstörungen, Taubheitsgefühl oder Schwäche in Armen und Beinen kommen („komplizierte Migräne“, „migraine accompagnée“, „hemiplegische Migräne“).
Beschwerden/Symptome
Ursachen
Die Ursache von Migräne ist nicht restlos geklärt. Vermutlich ist eine Kombination aus erblich bedingten Faktoren, Veränderungen der Reaktion von Gefäßwänden und der Durchblutung des Gehirns, Entzündungen in der Umgebung der Kopfgefäße und Störungen der chemischen Botenstoffe („Neurotransmitter“) im Gehirn für die Entstehung verantwortlich. Viele Betroffenen berichten von bestimmten Auslösern: Grelles Licht, starker Lärm, einzelne Lebensmittel wie Schokolade, Rotwein, bestimmte Käsesorten, der Geschmacksverstärker Glutamat, aber auch Wettereinflüsse, Saunabesuche, hormonelle Schwankungen, Antibaby-Pille, Übermüdung, Stress oder wenn der Stress nachlässt. Wirklich starke Hinweise bei Untersuchungen auf Auslöser gibt es vor allem auf hormonelle Schwankungen (Menstruationszyklus).
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Behandlung/Verlauf
Die im folgenden dargestellten Behandlungsformen dienen als Information. Diese sind nicht vollständig und sollen keinesfalls zur Selbstbehandlung dienen. Sie sollen als Orientierungshilfe für die Spezialsprechstunde Kopfschmerzen dienen. Migräne ist medikamentös gut behandelbar. Einfachstes und am weitesten eingesetztes Schmerzmittel ist die Acetylsalicylsäure (ASS), aber auch andere Schmerzmedikamente sind wirksam. Am ehesten sollte gleich eine höhere Dosis genommen werden (z.B. 1000 mg ASS als Brause) und dann, wenn der Kopfschmerz beginnt. Wartet man zu lange, kann bei dem voll aufgetretenen Kopfschmerz eine gute Wirkung nicht mehr eintreten. Die Kopfschmerzmittel gibt es zum Teil als Brausetabletten (wird schneller ins Blut aufgenommen) oder als Zäpfchen (wenn Patienten häufig erbrechen). Beim Migräneanfall kann es sinnvoll sein, zunächst ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) einzunehmen. Kann der Migräneanfall auf diese Weise nicht beherrscht werden, kann Ihre Neurologin/Ihr Neurologe für den Anfall Migränemittel wie vor allem Triptane verschreiben, die in Tabletten- und Spritzen- oder Nasensprayform zur Verfügung stehen. Bei besonders hartnäckigen Beschwerden kann in der modernen Migränetherapie auch die Vorbeugung neuerlicher Anfälle („Anfallsprophylaxe“) eine Rolle spielen. Dafür werden unter anderem Beta-Blocker, Kalziumkanal-Blocker oder verschiedene Antiepileptika erfolgreich eingesetzt.








