Beschwerden

Eine akute Hirnblutung kann sehr oft vom Schlaganfall nicht unterschieden werden und die selben Symptome haben, wie zum Beispiel eine halbseitige Schwäche am Arm oder Bein, eine Sprach-, Sprech-, Schluckstörungen oder einen plötzlich hängenden Mundwinkel. Plötzlich auftretenden GefühlsstörungenGesichtsfeldausfälle, DoppelbilderGleichgewichtsstörungen (oft unspezifisch als Schwindel wahrgenommen) oder Bewusstseinsstörungen können ebenfalls als Beschwerden alleinig oder in Kombination mit den anderen Beschwerden auftreten, je nachdem, welche Funktion im Gehirn betroffen ist. Starke Kopfschmerzen können bei Hirnblutungen ebenfalls vorkommen.

Schlaganfall = Notfall!

Sollten Sie eines der erwähnten Warnsymptome haben, ist sofort der Notruf zu betätigen.

Eine Variante des starken Kopfschmerzes kann aufgrund einer Blutung aus den Gefässen kommen, die dem Gehirn anliegen (Subarachnoidalblutung, siehe unten) und erst in Folge durch Druck oder Wühlblutungen in das Gehirn diese verletzen.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Hirnblutungen ist ein erhöhter Blutdruck. Auch Gerinnungsstörungen oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten können eine Hirnblutung begünstigen. Eine andere Ursache sind Gefässmissbildungen oder Tumore. Auch Drogenmissbrauch (besonders Kokain), kann zu Hirnblutungen führen.

Bei einer Hirnblutung reisst das Gewebe der Gefässe, Blut strömt aus, und durch den Druckanstieg – der Schädel kann sich nicht ausdehnen – werden gesunde Hirnzellen massiv gefährdet. Übersteigt die Blutung ein bestimmtes Ausmass, so kann es zunächst noch zu umkehrbaren, nach einer gewissen Zeit aber auch dauerhaften Schädigungen des Gehirns mit neurologischen Ausfällen kommen. Je nach Ursache tritt die Hirnblutung an unterschiedlichen Stellen auf. Sogenannte intrazerebrale Blutungen befinden sich im Inneren des Gehirns selbst und sind meist Folge eines zu hohen Blutdrucks. Es gibt auch Blutungen (synonym Hämatome) im Bereich der Hirnhäute, die Kopfschmerzen auslösen und auch auf das Gehirn drücken können und dieses in Folge schädigen. Sogenannte epidurale Blutungen befinden zwischen dem Schädel und der harten Hirnhaut. Subdurale Blutungen liegen zwischen den harten Hirnhäuten. Subarachnoidalblutungen sind noch näher an der Hirnsubstanz gelegen.

Behandlung/Verlauf

Durch Punktieren und Absaugen der Blutung mittels minimal invasiver Chirurgie wird das Hirngewebe entlastet. Wenn die fachgerechte Hilfe innerhalb von wenigen Stunden kommt, können dauerhafte Schäden vermieden oder zumindest gering gehalten werden. Patienten mit Hirnblutungen brauchen oft nach der Akutbehandlung auch eine länger dauernde neurologischen Rehabilitationsbehandlung, wenn Schäden nicht vermieden werden konnten. Sie lernen dann in der Krankengymnastik, Logopädie oder Ergotherapie, die verlorengegangenen Funktionen wieder herzustellen. Je früher die Rehabilitation beginnt, um so besser. Ob eine Langzeitrehabilitation erforderlich ist, hängt vom Ausmass der erlittenen Nervenschäden ab. In der Spezialsprechstunde Bewegungsstörungen können motorische Langzeitfolgen des Schlaganfalls mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin behandelt werden.